Landesmeisterschaft Baden Württemberg in Zaisenhausen
von Gabriele Knisel-Eberhard
Erstmalig fanden in diesem Jahr die Landesmeisterschaften der Voltigierer in Zaisenhausen statt und damit gab es zum ersten Mal seit 1994 keine gemeinsamen Meisterschaften der Reiter und Voltigierer in Schutterwald. Um es vorne weg zu nehmen, der Veranstalter in Zaisenhausen hat sehr gute Arbeit geleistet, organisatorisch und von der Anlage her war es eine würdige Meisterschaft und alles drehte sich um den Voltigiersport. Nachteil einer reinen Voltigiermeisterschaft ist aber, dass kein Veranstalter ein Rahmenprogramm wie in Schutterwald stemmen kann.
Das Programm in diesem Jahr wurde gegenüber dem Vorjahr noch um die Prüfung Juniorteams erweitert, hier ging es allerdings nicht um Titel oder Medaillen. Für die Nachwuchsvoltigierer gab es die Championatsprüfungen im Gruppen- und Einzelvoltigieren und im Kampf um die Landesmeisterschaften Prüfungen im Gruppen-, Einzel- und Doppelvoltigieren.
Bei den Gruppen, hier gingen sieben Mannschaften im Wettstreit um Schärpe und Medaillen an den Start, siegte die erste Mannschaft des Pegasus Mühlacker mit Karin Kiontke am einen Ende der Longe und Captain Kirk am anderen Ende. In allen drei Wertungsprüfungen distanzierte sich das Team mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz. Genau wie bei den Deutschen Meisterschaften fällt bei den Landesmeisterschaften die Entscheidung nach Pflicht, Kür und Kurzpflicht mit Kür.
Mit dem Gewinn aller drei Wertungsprüfungen konnte "Captain Karin" die Mühlacker Voltigierer nach 2006 wieder zum Landestitel longieren. Erstmals auf dem Treppchen stand die Mannschaft von Carola Reutter aus Köngen, die ihre Gruppe zur Silbermedaille longierte. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Köngener immer gut dabei, hatten aber immer wieder mit verletzten Voltigierern oder Pferden Pech und mussten deshalb in den vergangenen Jahren den Konkurrenten den Vortritt lassen. Die Bronzemedaille ging an die zweite Mannschaft des Pegasus Voltigier- und Reitverein, die von Kerstin Lehner vorgestellt wird. Die Mannschaft hatte sich seit Saisonbeginn kontinuierlich gesteigert und nun in Zaisenhausen Bronze gewonnen. Alle drei Mannschaften wurden im Anschluss von den Landestrainerinnen Christine Steffen-Widmann und Stephanie Metzger für die Deutschen Meisterschaften in Vechta nominiert. Damit vertreten, erstmalig in der Geschichte des baden-württembergischen Voltigierens, zwei Gruppen aus einem Verein den Verband bei den Deutschen Meisterschaften. Für Karin Kionkte wird Vechta eine Erinnerung an alte Zeiten. Bei den Deutschen Meisterschaften 1988 in Vechta war sie für das Wohlergehen des Voltigierpferdes Herta zuständig. Mühlacker wurde damals Deutscher Vizemeister.

Im Einzelvoltigieren gingen 13 Damen und vier Herren an den Start. Hier hieß das Programm Pflicht und Kür in der ersten Wertungsprüfung, Technikprogramm und Kür in der zweiten Wertung, ebenfalls wie auf den Deutschen Meisterschafen.Bei den Damen gewann Charlotte Kantel (Köngen), an der Longe stand Carola Reutter,nach einem spannenden Kopf-an- Kopf Rennen mit Rebecca Puchinger (Pforzheim) die Goldmedaille. In der zweiten Wertungsprüfung voltigierte Charlotte Kantel fehlerlos, während Rebecca Puchinger einen kleinen Patzer zu Beginn der Kür hatte. Sie gewann die Silbermedaille.Dennoch waren ihre Trainer, Sabine und Dietmar Otto, mit dem Abschneiden ihres Schützlings sehr zufrieden. Bronze ging an Selina Schröder (Krumbach) mit Longenführerin Martina Fröhlich. Selina Schröder hat in diesem Jahr bereits eine gute Saison gehabt. Alle drei Medaillenträgerinnen werden die Landesfarben bei den Deutschen Meisterschaften in Vechta vertreten.

Bei den Herren gingen drei Baden-Württemberger und ein Gast aus Kolumbien an den Start. Tomas Hinestroza Köppel, der seit den Weltreiterspielen im vergangenen Jahr in Neubulach lebt und dort voltigiert, verlieh den Meisterschaften einen internationalen Touch. "Bei den Herren siegte Kumpf vor Henne und Adler" so der Turniersprecher, will heißen, dass Andreas Kumpf (Donzdorf Alb-Fils) vor Jens Henne (Pegasus Mühlacker) und Stephan Adler ( Roseck Unterjesingen) die Goldmedaille gewann. Andreas Kumpf, der schon seit Jahren einen festen Platz bei den Landesmeisterschaften auf dem Treppchen hat, hatte nach der ersten Wertungsprüfung ein gutes Polster von einer halben Note gegenüber den Konkurrenten und baute seinen Vorsprung in der zweiten Wertung noch aus. Jens Henne, der gleichzeitig noch mit der Gruppe Mühlacker Landesmeister wurde, hat in seiner ersten Saison als Einzelvoltigierer gleich Silber gewonnen, eine respektable Leistung. Dennoch wird er bei den Deutschen nur als Gruppenvoltigierer an den Start gehen. Damit wollen die Verantwortlichen eine Doppelbelastung mit Gruppe und Einzel vermeiden. Für Stephan Adler war es das erste Mal, dass er den Sprung auf’s Treppchen schaffte. Dementsprechend groß war die Freude von Longenführerin Doris Marquart.

Den Titel im Doppelvoltigieren sicherten sich die beiden Tübinger Aktiven Jessica Werts und Hanna Erz (Tübinger RG), vorgestellt von Heide Pieper. Silber ging an Anna Bosch und Anja Wunderle (RFV Heidenheim-Aufhausen) mit Iris Vogel an der Longe. Lisa Madlener und Jessica Olbrich mit Longenführerin Silke Madlener gewannen die Bronzemedaille.
Im Championat ging die Goldmedaille an die Gruppe Neubärental vor Tübingen und Donzdorf Alb-Fils. Siegerin bei den Einzelvoltigiererinnen wurde in der Championatswertung Marina Rittelmann (Biberach) vor Jessica Olbrich (Bad Wurzach) und Stefanie Ackermann (Böblingen).
Bei den Juniorteams, hier sind alle Voltigierer unter 16 Jahren, sicherte sich die Mannschaft aus Bad Friedrichshall mit Longenführerin Hannelore Leiser die goldene und die weiße Schleife. Silber ging an die Gruppe Aichwald mit Simone Weinberger an der Longe.
Guter Sport, zufriedene Gesichter und eine rundum gelungene Meisterschaft waren das Fazit der ersten Titelkämpfe in Zaisenhausen.
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