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WM 2008 Bericht - Samstag



Medaillenregen für Deutschland bei der EM

Bei den Junioren sind heute spannende Entscheidungen gefallen. Die Junioren begannen den Tag mit dem zweiten Pflichtdurchgang. Unsere Junior-Damen schlugen sich allesamt sehr gut. Janina Martins Rio war zwar zu Anfang etwas unruhig und riss seine Longenführerin fast um, doch Janina zog ihr Programm gut durch. Sie wirkte angespannt, konnte im Anschluss aber angesichts des Fanjubels wieder lachen. Auch Pia Engelberty und Sarah Kay konnten gute Leistungen abliefern, wobei Pia in der Gesamtwertung ihren dritten Platz einbüßte. Sarah Kay hingegen konnte wieder in Führung gehen. Pia Maria Stepanek hingegen, die nach der Kür vorn gelegen hatte, patzte im Stehen, brach beim ersten Teil Flanke ein und hatte nach der Landung auch noch eine Bodenberührung. Sichtlich geschockt verließ sie den Zirkel.

Die Junior-Herren waren ebenfalls ganz gut in Form - Viktor Brüsewitz behauptete seine Führung vor Tomas Sator, der einen seltsam verdrehten 2. Teil Flanke zeigte, dafür aber doch noch gut bewertet wurde. Christoph Hassenberg blieb an dritter Stelle, während Thorben Hoppe einen Platz gut machen konnte - der Fünftplatzierte Vincent Haennel schlug sich selbst aus dem Feld, in dem er seinen missglückten ersten Teil Flanke, bei dem er wieder im Vorwärts-Sitz landete, nicht wiederholte, sondern das Bein über den Hals führte und mit dem 2.Teil fortsetze, wofür er bei allen Richtern eine 0 erntete.

Bei den Junior-Teams war die Spannung nahe am Siedepunkt. Allen war klar, dass Österreich und Deutschland die Goldmedaille unter sich ausmachen würden und die vielköpfigen Fangruppen der Teams feuerten lautstark an. So wartete im Grunde alles auf die beiden letzten Starter. Die Teams davor blieben größtenteils auf ihren Plätzen, nur Frankreich schob sich erfgolreich vor Großbritannien.

Österreich zeigte zu ihrem - schwer erkennbaren - Thema Licht und Schatten eine nahezu perfekte Kür, nur am Ende ging leider die Zeit aus. Deutschland verzeichnete einige Ausführungsfehler und die Spannung stieg weiter. Der Veranstalter versuchte, sie auszudehnen, indem die Endnote erst zur Siegerehrung verkündet werden sollte, doch da die Kürnoten durchgesagt wurden, konnte jeder sofort ableiten, dass das deutsche Team den Sieg errungen hatte, da die Note um ein Zehntel höher ausgefallen war als die Österreichs. Deutschland holte mit 7,834 Gold, Österreich wurde Zweiter mit 7,788, dahinter rangierte die Slovakei mit 7,100 weit abgeschlagen. Nachdenklich stimmt hier lediglich, dass ein zweiter Platz offenbar nichts mehr wert ist im heutigen Voltigiersport. Während es im deutschen Lager Freudentränen gab, gab es bei den Österreichern heftige Tränen der Enttäuschung.

Nachdem das Team so gut vorgelegt hatte, wollten sich die Junior-Damen am Nachmittag im letzten Kürdurchgang nicht lumpen lassen. Janina Martin zeigte eine gute Leistung und verpatzte lediglich ihren Radabgang am Ende. Maria Bondar, die vor ihr gelegen hatte, hatte einige Patzer, ihr Pferd fiel aus und ihr gelang der Abgang nicht mehr in der Zeit - so konnte Janina sich vor sie schieben. Allerdings machten wiederum die österreichischen Damen ihre Sache so gut, dass Janina schließlich auf einem ausgezeichneten 6. Platz blieb.

Pia Engelberty griff in ihrer Kür noch einmal mit Elan an - es war klar, dass sie ihren dritten Platz halten wollte. Umso überraschter war sie, als sich am Ende herausstellte, dass sie noch einen gutgemacht hatte. Mit 7,592 wurde sie Vizeeuropameisterin vor Pia Maria Stepanek mit 7,545, die in der Kür nach einem Sprung beinahe gestürzt war. Ihre Landsfrau Julia Popp landete auf Platz vier vor Julia Ulrich, ebenfalls Österreich. Sarah Kay hatte nach dem Salto eine Bodenberührung und einige winzige Fehler, doch ihre Note reichte für den Sieg. Unter dem Jubel des Publikums errang eine überwaeltigte Sarah die erste Goldmedaille im Junioreneinzel.

Die Junior-Herren hatten nun die Möglichkeit nachzuziehen. Thorben Hoppe zeigte einige leichte Patzer in der Kür, konnte aber insgesamt den fünften Platz behalten. Christoph Hassenberg behauptete sich auf dem Bronzerang mit einer guten Leistung. Tomas Sator, der knapp auf zweiter Stelle lag, zeigte eine hervorragende Kür, der lediglich die Bodenberührung am Ende Abbruch tat. Dagegen leistete sich Victor Brüsewitz einige winzige Fehlerchen in der Kür. Schwer enttäuscht musste er Tomas Sator am Ende mit 5 Tausendsteln den Vortritt lassen. Die Slovakei errang ihre erste Einzelgoldmedaille, Deutschland ging mit Silber und Bronze nach Hause.

Die Junioren haben den Senioren gezeigt, wie es gemacht wird - wir warten auf die Ergebnisse von morgen.

Julia Jochim