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Sponsoring und Social Media im Voltigiersport. Wie kann der Voltigiersport hier noch besser werden – wie bringe ich es ins Land?

Malte Möller und Torben Jacobs stellten beim Landestrainerseminar Voltigieren und zur Fachtagung der Voltigierbeauftragten 2023 in Warendorf vor, wie sie in ihren Vereinen für Team Fredenbeck und Team NORKA arbeiten. Der Fokus liegt in beiden Vereinen auf der Social-Media-Plattform Instagram in Absprache mit den Sponsoren – andere Plattformen sind für die Sponsoren uninteressant geworden, so die Referenten. Regelmäßig werden Beiträge veröffentlicht mit Einblicken in Training, Turniere, Lehrgänge, Stallgeschehen und besondere Ereignisse. Instagram dient als Knotenpunkt für Kooperationen mit Sponsoren.

Die Referenten stellten vor, wie Inhalte aus dem Vereins-/Turnier-/Trainingsalltag gesammelt werden:

  • In einem Album (das nicht öffentlich ist – die Auswahl erfolgt erst später)
  • Per WhatsApp-Gruppe oder anderweitige regelmäßige Absprachen: Welche Aufgaben sind zu erledigen
  • Inhalte werden z. T. gezielt erzeugt, z. B. neue Team-Fotos oder wenn der Sponsor ein Video wünscht etc. Inhalte erzeugen kostet Zeit!
  • Es ist ein Hauptanspruchspartner nötig

Wichtig ist, sich zu überlegen: Wie möchten wir unseren Sport darstellen? Deshalb muss das Material dahingehend gesichtet werden, was für die Öffentlichkeit passend ist.

Fredenbeck ist an den Sponsor Masterhorse über ein Instagram-Gewinnspiel gekommen – gesucht wurden Influencer. Manche Sponsoren unterstützen durch Sachleistungen, z. B. Reha-Leistungen oder Musikkomposition. Dabei ist mit dem Schatzmeister/der Buchhaltung abzuklären, wie die finanzielle Unterstützung oder die Sachleistungen gebucht werden – das ist wichtig mit Blick aufs Finanzamt.

Präferierte Inhalte

  • Technisch „korrekte“ Übungseinblicke
  • Arbeit mit dem Pferd (nicht nur Voltigieren) – Voltigierpferde laufen nicht nur im Kreis!
  • Ausschnitte vom Grundlagentraining
  • Ehrliche Erfahrungsberichte von Turnieren (z. B. auch Turnierabbruch Fredenbeck bei der DM 2021)
  • Kooperationen
  • Interaktionsmöglichkeiten mit Followern

Umgangen werden sollte

  • Unglückliche Vorstellung des Pferdes
  • Verletzungen (Abgrenzung zu „Fails“)
  • Unauthentische Beiträge
  • Zu viel Werbung

Wichtig: Gefolgt wird, da Interesse am Inhalt besteht. Personen wollen „dabei“ sein und so nah es geht am Geschehen teilnehmen.

Chancen gegenüber Risiken

  • Jeder Voltigierer, der sich auf Instagram präsentiert, präsentiert auch den Sport allgemein
  • Steuerung des Vereinsimages
  • Akquise (Trainer, Aktive, Helfer…)
  • Aufbau von Kooperationen
  • Steigerung der Bekanntheit der „Marke“ (Verein als Marke)
  • Vorurteile aufräumen oder verstärken
  • Professionalisierung des Voltigiersports

Aufgaben als Landestrainer

Es kam von Seiten der Tagungsteilnehmer die Frage auf: Ist es übergriffig, Aktive/Trainer auf negative (Pferde-)Bilder hinzuweisen? Kader-Mitglieder haben Vorbildfunktion: Wie präsentieren sie sich auf Social Media? Darüber zu sprechen oder ein Seminar durchzuführen, ist effektiv, so die Erfahrung der Anwesenden. „Wir müssen das Thema aktiv angehen“, so das Fazit.

Das Pferdewohl und die Präsentation des Pferdesports allgemein stehen immer mehr im Fokus, so Kerstin Nimmesgern. Kai Vorberg ergänzte: Um diese Steuerungsfunktion kommen wir nicht mehr herum. Außerdem kann es passieren, dass man ungefragt gefilmt wird – nicht nur bei Veranstaltungen, sondern auch im Training oder vermeintlich unbeobachteten Situationen. Instagram ist aber auch eine Chance für den Voltigiersport, betonte er: Fredenbeck und Team NORKA haben jeweils rund 15.000 Follower. Aber es können auch Nicht-Kader-Voltigierer profitieren, z. B. Voltigieren Sülldorf, das bei einem Video enorme Abrufzahlen hatte.

Hinweis: Der Artikel erschien zuerste im Aktuellen Voltigierzirkel 4/2023